Etepetete - die Gemüseretterbox

Im Test: Etepetete – die Gemüseretterbox

Wer is(s)t schon gern normal? So lautet das Motto vom Gemüse-Lieferdienst Etepetete. Wer hier kauft, rettet Gemüse, das gar nicht erst in den Handel gelangt, weil es zu groß, zu klein, zu krumm oder sonst wie anders ist. Was nicht den Handelsklassen entspricht, wird weggeworfen oder gar nicht erst geerntet – auch bei vielen Biobauern. Das Münchener Startup Etepetete schickt dir Biogemüse, das keiner haben will, per Lieferdienst nach Hause. Ein gutes Gewissen ist Teil des Geschäftsmodells und wird für den Preis von 19,90 Euro pro Gemüsekiste gleich mitverkauft.

Eine gute Alternative also zu den üblichen Gemüsekisten. Dort wird schließlich gut aussehendes Obst und Gemüse verkauft, das jedes Handels-Casting problemlos bestehen würde. Also, auf zum Etepetete-Test! Den kann ich übrigens jedem nur empfehlen, denn nach 2 Lieferungen kann man wieder kündigen – null Risiko oder Vertragsbindung also. Auch den Turnus der Lieferung ( jede Woche, alle zwei, drei oder vier Wochen) kann man selbst auswählen. Geliefert wird freitags – zum Zeitpunkt meines Tests zwischen 9 und 12 Uhr. Inzwischen wird zwischen 9 und 20 Uhr angeliefert – man kann sich die Box aber auch zum Nachbarn oder Büdchen seines Vertrauens liefern lassen.

Das war drin in der Etepete-Gemüseretterbox
Nun aber zum wichtigsten – zum Inhalt:

  • ein Riesen-Rettich (angekündigt als zu klein ;-))
  • Kohlrabi
  • krumme und beinige Karotten
  • kleine und große Zucchini
  • kleine, krumme Gurken
  • Tomaten, Orangen und Pfirsiche (angeblich mit Schalenfehlern, hab ich aber nichts von gesehen)
  • die größte Zwiebel der Welt
  • zu große und zu kleine Kartoffeln
  • Rucola (angekündigt als Überproduktion Knoblauch)

Alles in allem also eine gelungene Mischung an Obst und Gemüse, zum Teil von Demeterhöfen aus Süddeutschland, zum Teil aus Spanien und Griechenland importiert (von Lexportia Bio). Alles frisch und ohne Transportschäden – 5 Kilo pro Kiste.

Und das war drin in der Etepetete-Box
Und so sah sie aus, die Etepetete-Box. Sicher und nur in Pappe und Papier verpackt.

Mitgeliefert wird auch immer ein mehr oder weniger passendes Rezept. Asche auf mein Haupt, ich hab es weder ausprobiert noch bewahrt. Soweit ich mich erinnern kann, war es eine Suppe – und Mitte Mai war mir irgendwie nicht nach Suppe (ja, das muss in einer der wenigen warmen Wochen dieses Sommers gewesen sein…). Gekocht habe ich stattdessen Mafé, ein senegalisches Gericht mit Kohlrabi, Möhren, Kartoffeln und Erdnussbutter. Hier geht’s zum Mafé-Rezept.

Mein Fazit
Geschmeckt hat das krumme Obst und Gemüse richtig gut, vor allem die Gurken haben es mir angetan. Kein Vergleich mit dem, was man im Supermarkt bekommt. Mit den Zwiebeln und dem Rettich hatte ich allerdings zu kämpfen, wohlgemerkt was ihre Größe, nicht was den Geschmack angeht.

Mit Auswahl und Qualität hat Etepetete mich überzeugt, nicht allerdings mit dem Lieferservice. Bei zwei von drei Bestellungen wurden relativ kurzfristig die Liefertage geändert (jaja, der Mai mit seinen vielen Feiertagen…). Das wurde sehr kurzfristig und einmal nur auf Facebook kommuniziert. Nach ein, zwei Mails war die Sache aber dann erledigt und ich konnte den Termin umswitchen. Übrigens auch eine praktische Sache: Egal, welchen Rhythmus man gewählt hat, man kann immer zwischendurch Termine aussetzen, wenn man mal ein Wochenende nicht da ist.

Was mich allerdings am meisten gestört und deshalb dazu gebracht hat, das Abo zu beenden, ist die Lieferung an sich: Da ich in Köln die Möglichkeit habe, mir Obst und Gemüse frisch auf dem Markt von regionalen Bio-Bauernhöfen zu kaufen, macht es für mich einfach keinen Sinn, wenn meine Gemüsebox durch die halbe Republik zu mir gefahren wird. Und auch regionales gerettetes Gemüse zu kaufen, ist in Köln dank The Good Food auch kein Problem mehr.
Die Kartons haben mir gute Hilfe beim Umzug geleistet (perfekt für  Bücher – wer mich kennt, weiß was ich meine…), aber auch sie sind in meinem Fall eigentlich unnötiges Verpackungsmaterial.

Da kann Etepetete aber nun wirklich nichts für 😉

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.